Die landschaftlichen und topografischen Gegebenheiten sprechen
für diesen Standort: Das Grundstück wird derzeit als Monokultur bewirtschaftet,
was den Übergang zu einem regenerativen System besonders wirksam und sichtbar
macht.
Die leicht abfallende
Topografie der Ackerfläche bietet zudem ideale Voraussetzungen für die Waldgarten-Gestaltung:
Das Anlegen von Keylines (Schlüssellinien) und Speicherteichen lässt sich hier
mit einfachen Mitteln und geringem technischem Aufwand realisieren. Dies
optimiert den Wasserhaushalt des gesamten Areals von Beginn an und erleichtert
den späteren Unterhalt erheblich – ein klarer wirtschaftlicher Vorteil für die
langfristige Betriebsführung.
Die offene Lage, die Aussicht auf die Pyrenäen und die
vorhandene Vegetation schaffen eine einzigartige Atmosphäre, welche die
Verbindung zwischen Mensch und Natur unmittelbar erlebbar macht. Diese
Qualitäten machen das Grundstück nicht nur für die nachhaltige Produktion
attraktiv, sondern auch für Besucherinnen und Besucher, welche Biodiversität
vor Ort erleben möchten.
Ein entscheidender Vorteil ist, dass das Grundstück derzeit
nicht verpachtet ist. In Frankreich sind landwirtschaftliche Flächen häufig
langfristig verpachtet, was einen unmittelbaren Projektstart erheblich erschweren
oder sogar verunmöglichen kann. Dieses Grundstück bietet hingegen die
Möglichkeit, direkt nach dem Erwerb mit der Umsetzung der ersten Massnahmen zu
beginnen.
Auch die bestehende Hofanlage bietet aussergewöhnliches
Potenzial. Die Gebäude sind harmonisch angeordnet und bilden einen natürlichen
Mittelpunkt des Grundstücks. Dadurch entstehen ideale Voraussetzungen für einen
Betrieb, der Landwirtschaft, Verarbeitung, Umweltbildung sowie Veranstaltungen
miteinander verbindet.
Gleichzeitig verleiht die Architektur dem Projekt eine
starke Identität und schafft einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität.
Neben diesen fachlichen Gründen besteht auch eine
persönliche Verbindung zu diesem Ort. Die Landschaft erinnert mich in vielerlei
Hinsicht an meine Heimat in den Schweizer Alpen. Die äusserst grüne Vegetation,
die sanften Hügel und der Blick auf die Pyrenäen vermitteln mir ein vertrautes
Gefühl und bestärken mich darin, hier einen Ort aufzubauen, den ich über
Jahrzehnte mit Überzeugung und Leidenschaft entwickeln möchte.
Ich bin überzeugt, dass ein langfristiges Projekt nur dort
erfolgreich entstehen kann, wo neben den fachlichen Voraussetzungen auch eine
tiefe persönliche Verbundenheit mit dem Ort besteht.
Als Jugendlicher fragte ich mich, warum wir unseren Planeten
ausbeuten und Tiere für unsere eigenen Zwecke nutzen. Ich verstand nie, weshalb
wir uns als Menschen über andere Lebewesen stellen. Wir teilen uns diesen
Planeten mit Millionen weiterer Arten. Sie haben denselben Anspruch auf
Lebensraum wie wir. Weshalb sollten wir ein Vorrecht haben?
Geprägt durch meine Ausbildungen, insbesondere im Bereich
des nachhaltigen Bauens, meine Tätigkeit bei Filme für die Erde sowie durch
monatelange Reisen durch Europa, die Türkei, den Iran und mehrere Länder
Afrikas, begann ich unser heutiges Wirtschaftssystem zunehmend zu hinterfragen.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass kurzfristiges wirtschaftliches Wachstum
vielerorts wichtiger geworden ist als der langfristige Erhalt unserer Lebensgrundlagen.
Immer häufiger optimieren wir auf maximale Erträge, während Biodiversität,
Bodenfruchtbarkeit und Wasserhaushalt in den Hintergrund geraten.
Besonders beschäftigt mich unsere heutige Landwirtschaft.
Warum nutzen wir riesige Flächen oft nur für eine einzige Kultur, während sie
den grössten Teil des Jahres kaum Lebensraum für andere Arten bieten? Warum
pflügen, säen, düngen und spritzen wir Jahr für Jahr, wenn die Natur selbst
zeigt, dass produktive Ökosysteme ohne diese ständigen Eingriffe funktionieren?
Warum bekämpfen wir natürliche Prozesse, statt von ihnen zu lernen?
Auf meinen Reisen wurde mir zudem bewusst, wie stark die weltweite
Landwirtschaft von wenigen Kulturpflanzen, Saatgutsystemen und globalen Märkten
geprägt ist. Ich frage mich, weshalb regionale Vielfalt immer häufiger durch
standardisierte Produktionssysteme ersetzt wird und warum so viele Bäuerinnen
und Bauern von wenigen grossen Unternehmen abhängig geworden sind. Für mich ist
diese Entwicklung weder ökologisch noch langfristig zukunftsfähig.
Aus diesen Fragen entstand eine einfache Idee: Weshalb bauen
wir Lebensmittel nicht so an, wie die Natur seit Millionen von Jahren
funktioniert? Warum nutzen wir auf einem Quadratmeter nur eine Ebene, wenn
Wälder auf mehreren Ebenen gleichzeitig wachsen? Weshalb jedes Jahr neu
aussäen, wenn mehrjährige Pflanzen über Jahrzehnte hinweg Erträge liefern
können? Wäre es nicht möglich, mit weniger Arbeit, weniger Eingriffen und
weniger externen Betriebsmitteln gleichzeitig mehr Lebensmittel, mehr Biodiversität
und resilientere Ökosysteme zu schaffen?
Die Suche nach Antworten führte mich
zu jahrtausendealten Waldgärten in Marokko und zu ihren Ursprüngen im antiken
Asien. Gleichzeitig lernte ich moderne Waldgartensysteme in Europa kennen, die
seit Jahrzehnten erfolgreich funktionieren und teilweise mehr Lebensmittel
produzieren, als ihre Besitzer selbst konsumieren können. Diese Beispiele
zeigen eindrücklich, dass produktive Landwirtschaft und natürliche Ökosysteme
kein Widerspruch sein müssen.
Genau daraus entstand die Vision dieses Projekts. Auf einer
Fläche von 14 Hektaren soll ein vielfältiger Waldgarten entstehen, der
hochwertige Lebensmittel produziert, Wasser in der Landschaft zurückhält, die
Biodiversität fördert und langfristig ohne intensive Bodenbearbeitung oder hohe
externe Betriebsmittel auskommt. Ich möchte zeigen, dass Landwirtschaft nicht
gegen die Natur arbeiten muss, sondern mit ihr.
Der Sinn meines Lebens: Der Natur
mehr zurückzugeben, als ich von ihr genommen habe. Diese Überzeugung begleitet
mich seit vielen Jahren. Sie kommt aus tiefstem Herzen – und genau deshalb bin
ich überzeugt, dass dieses Projekt erfolgreich sein wird.Beispieltext. Klicke, um das Textelement auszuwählen.